Prosa & Lyrik


Hier entstehen die ersten Kapitel des "pädagogischen Kultbuches" DREI MAL ZWÖLF IST DONNERSTAG

"Drei mal zwölf ist Donnerstag" ist ein Synonym für die dauerhafte zeitliche Überforderung, die der Betrieb mit sich brachte. Mein Internetbuch befindet sich in einem stetigen Erweiterungsprozess. Aktuelle Bezüge werden garantiert! Hier ein paar Auszüge:

Linksgehändelter Mensch - Sozialarbeiter oder Sozialpädagoge vielleicht -
gefasst in klassische Rhythmen (1989)

Stunden schon stützet der Ballen der Rechten das langbehaarte Haupt.
Mühsam nur gönnen die grauen der Zellen dem blätternden Fall ihre Huld.
Schlaff nur führt die Linke den bleiernden Stift scribender Beredsamkeit.
Bruchstückhaft stockend entströmen der schreibenden Spitze schicksalsbestimmende Worte.
Bauchgewandt grummelnd fordert der Leib den achten Kaffee.
Ach wenn der kleine der Zeiger doch endlich erreichte die Fünf!
Schnell entfiele der Linken die bleierne Stütze!
Flugs gestylt wäre die lockige Pracht!
Eilends entführten die ökobewussten Sandalen den Herrn derselben ins Freie!
Hin zum schattigen Ort im Grün, wo Liebste und Weißbier schon harren!

Ein Wichtiger (1994)
Er kann einen Schlips korrekt tragen.
Seine Schuhe glänzen.
Er kann ganz überzeugend bestätigend, vertrauensvoll, vertrauensheischend, kameradenhaft, wissend,     solidarisch, konsensherstellend, kumpelig, animierend, mitfühlend, leicht morbid, potenzandeutend nicken.
Sein Bauchgurt klemmt kaum, aber sichtlich.
Der untere Hosenbund berührt korrekt die obere Zone der Schuhlasche.
Inhalte kommen später. Machen wir!
Termindruck! Sie verstehen!
Weg isser.

Über das Schicksal von Argumenten
Ein Argument in Nadelzwirn
klebt feste in des Bürgers Hirn.
Ein Argument in Jeans gewandet
beim Bürger oft im Müll schnell landet.
Dem Argument im Blaumann gar
mangelt es an der Bewundrer-Schar.
Das Argument im Hippie-Kleid
erregt Distanz-landauf-landbreit.
Das Argument in Unterhosen
weckt Beifall nur bei den ganz Lo(o)sen.
Das Argument nackt dargeboten
reizt kaum das Hirn, vielmehr die Hoden.
Ein Argument in Pennertracht
den Bürger häufig zornig macht.
Ein Argument in Tageskluft
wie nichts im Äther rasch verpufft.
Ein Argument im Saarland-Frack
wirkt populistisch zwar, doch ohne Saft.
Ein Argument - talargeschmückt -
den Kirchengänger oft entzückt.
Ein Argument in Richterroben
dem Delinquenten bringt zum Toben.

Kleider machen Leute
Der Gangster schmücket sein Gebein
sehr oft mit Nadelnstreifen fein.
Er tarnt damit sein böses Tun,
Bei Zwirn im Hirn Verdächte ruh´n.
Das Argument als Argument
ganz logisch kurz und unverbrämt
sogar noch fachlich untermauert
kaum eine Sitzung überdauert
wenn nicht die Jeans zum Streifen findet,
oder der Mensch den Menschen bindet.

Dear little Mister
Dear little Mister, ohhh Minister.
Du nahmst oft nur Zeit ihm weg.
Dear little Mister, ohhh Minister.
Der Inhalt ist von Dir weit weg.
Jahrelang malochen.
Rechnen, schreiben, lesen fein.
Lehrer, Kinder, Eltern führen.
Dein Dank, Minister, blieb sehr klein.

Kollegiumstext
Jahrelang das Bess're planen.
Täglich aber Andres' tun.
Von der Schul' im Grünen träumen.
Minister lässt´s als Träume ruhn.
Gut gepolstert vor Ideen
schaltet Mister Hope-man´s  vor.
Seine gut gebot'nen' Pläne .
Reaktion war "Nein" in Dur.
Dennoch stets den Kopf nach oben.
Leib und Seel dem Ziele zu.
Bleibt mir nur das Staunen übrig .
Ist nach 30 Jahren Ruh'?
Hoffnung auf die neue Schule.
Schule, die im Grünen steht.
Gibt den Kick noch was zu tun.
Erst wenns grün wird, wird er ruhn.

Der dritte Geiger
Der Geiger meint, er sei ganz gut.
Dennoch ist er nur Dritter.
Oftmals verliert er fast den Mut.
Dritter zu sein schmeckt bitter.

Die dritte Geige
Der Klang der dritten Geige
erfreut zuweil die Kenner.
Die Geigen eins und zwei, sie ranzen vorlaut und falsch.
Das Aus für Liebes-Reimer.
Quälend für Sozio-Kenner.

Annes erster Lesetext
Isi mag Knochen.
Lisa mag Wasser.
Bibi mag Wurst.
Boris mag Mäuse.
Tiger mag Ratten.
Katz-Katz mag Vögel.
Oma mag Opa.
Tante Berta mag Bücher.
Marianne mag schlafen.

P.S. Anne war damals fünf Jahre alt und hat wie alle meine Kinder vor Schulbeginn "einfach so" lesen gelernt.


Computer (2005) - anhören
Ich bin so dauerhaft killerviren- und microbensicher installiert,<
dass ich im eigenen Software-Saft schmore, ohne es zu beanstanden.<
Ich gaukle mir virtuellwelt gestaltete Autonomie vor.<
Und wenn meine Userin den Code nicht kennt, blinke ich kalt ... ! "ERROR"... !,
obwohl ich sie am Rande geil finde, sagt mir mein Desktop.


Computer (2006) - anhören
Wenn ich mich schon installieren lasse,
will ich input und output eigenständig bestimmen...
will ich...
will i.....
will ...
wil ...
wi ...
w....
w...
Out !

Anrufbeantwortertext (2007)
Was du wollen von mir Maschine?
Kannst du sagen was willst Du?
Kannst Du auch singen, Alter!
Hört keiner! Sieht keiner! Antwortet keiner!
Bin Maschine, Alter eyh!
Du echt ehrlich willst was?
Musst Du kommen zu Chef!
Mach ich gleich piep!

Denkender Lehrer
Am Abend denkt der Lehrer gern.
Die lieben Kinder sind ihm fern.
Vor den Kollegen hat er Ruh´.
Er denkt: "Hau´dir die Rübe zu!"

Frau Minister K.
Sie trägt ihr Jacket so selbstverständlich wie ein Mann.
Der Rollo drunter bremst die Brustspitzen, erkennbar noch, aber eher nur ahnbar.
Das untere Gewäsch geht hosig oder rockig ab.
Die Hosen sind nie zu eng, aber fast.
Die Röcke sind nie zu kurz, aber beihnahe.
Liberale Phantasien werden durch die Komposition geweckt,
lenken von Inhalten ab, oder bringen Vorteile dafür.
Das Make-Up ist in der Regel gebremst schattig, konturenreich, entschieden wirkend, augenbetont oder gar nicht vorhanden, wenn Dramatik ins Haus steht.
Sie bevorzugt den schnellen betonten Schritt und lehnt den Monroe-Sweep ab.
Ihre Haare sind kurz, frisch gewaschen, nie gestylt.
Die Fußbekleidung reicht variabel von Turnschuh über Pumps bis zu Stöckel, je nach Anlass.
Ihre Inhalte, die gut sind, kann sie so noch besser verkaufen.

Frau Minister
Frau Minister, tanz mit mir!
Beide Hände reich´ ich Dir!
Einmal hin! Einmal her!
Rundherum, das ist nicht schwer.
Lob Strophe:
Ei! Das hast Du fein gemacht!
Ei! Das hätt´ ich nicht gedacht.
Einmal hin! Einmal her!
Rundherum, das ist nicht schwer.

Mitgetanzt haben u.a. Ministerinnen, Minister und -präsidenten des Saarlandes, Landkreises, Bürgermeister, MdL´s. Mathis sagte einmal: "Wann kommt "die" endlich?! Ich muss doch noch auf einen Geburtstag!"
Während er das über Micro rief, kam meine Lieblingsministerin Frau Krajewski und legte sofort los.
Insbesondere die Lob-Strophe (Schulter klopfen, Hände schütteln) kam immer gut an.


Gau Frau
Sah sie:
Mafia-Brille
T-Shirt mit Hügeln und Spitzen.
Beinkleid im Saarland-Frack-Unterteil-Style.
Bauch und tiefer vorderseits saftige Konturen.
Back-Site-Under prall hübsch beweglich.
Das ausgiebige Recken, Strecken, Lachen nach Canasterpunktgewinnen
signalisiert Lebensfreude und macht auch solche.
Ganz klar: Gau-Frau gleich Frau-Frau.
Oder: Raubkatze im Ruhestand räkelt sich.

Gestresstes Saarlouiser Kind
Um 6 Uhr, ganz, ganz früh aufsteh´n.
Ab 7 dann in die Schule geh´n.
Bis 1 dann ganz viel lernen müssen.
Allein dann in der Küche steh´n,
Mutter muss ja zur Arbeit geh´n.
Spaghetti wärmen, mmh wie schmeckt das fein,
vor allem wenn man ist allein.
Bis 4 dann über den Heften sitzen.
Täglich für Hausaufgaben schwitzen.
Um 5 dann ab ins Training sausen.
Schwitzen und Rennen,
unter die Dusche brausen.
Schnell heim und vor der Glotze sitzen.
Mama und Papa finden. Ist das schön.
Müd´ sind sie. Musst auf  Zehen geh´n.
Um 9 ist dann der Tag vorbei,
was war´s ? Ne Riesen-Plackerei!
Auf Dauer mach ich das nit mit.
"Huh, Mama. Ich bring dat nit !"

Einer meiner Opas aß am liebsten Hasenhirn.
Wir waren viele Kinder und Erwachsene am Tisch. Hasen lediglich maximal zwei oder drei.
Die Hasenköpfe waren für "Ihn". Die Schädelsegmente satt gedünstet, mit Augen und Zungen selbstverständlich.
Opa saugte und schlürfte, wand und drehte das Genussobjekt, bis es leer war.
Nur noch Knochen, leere Augenhöhlen, bleckende Zähne blieben.
Wir Kinder knabberten an Vorderläufen und waren auf Opa neidisch, hatten aber zugleich Gänsehaut.
Opa war eben Hirnfan. Ans Kalbshirnsüppchen kamen wir Kinder nie dran. Die Klößchen aus Rindermark durften wir mit viel Maggi aber dann doch löffeln.
Da ruhte Opa schon nach dem Genuß eines großen Selbstgebrannten auf dem Küchensofa.

Kenn Laich
Wenn zu später Stunde über die orginellen Fehltritte der Vergangenheit schwadroniert wird und jeder ein möglichst interessantes Stück seiner Leichen im Keller präsentiert, um Gelächter, Schmunzeln oder Gänsehaut zu ernten, ist der dumm dran, der weder Kellerleichen noch zumindest EINE Kellerleiche aufzuweisen hat.
Um mitzuhalten zu können ("Wäschde noch...") bleibt ihm nur die nackte Lüge oder das Aufbauschen eines Irgendwie-Vorfalles, der bestenfalls ein Kellerleichlein darstellt. Oder heißt es Kellerleichelchen, oder Kellerleichchen oder... ???
Auf keinen Fall aber Kellerassel,
denn die ist so blind wie...
und so stumm wie...
und so blöd wie...
und so brav wie...

Kleiner Hinweis
Rechne nie damit, dass sich Hingabe, Liebe, Arbeit, Helfen, Verständnis, Eingehen, Kompromisse, Geld in Beziehungen auszahlen.
Rechne eher damit, das das Liebste, das Du glaubst zu haben, Dich gnadenlos in die Tonne kloppt, wenn es meint sich neu verwirklichen zu müssen.
Dabei verstößt das Liebste einfach so und bewußt völlig verantwortungslos, dumm und dreist gegen jegliche soziale, emotionale und rationale Grundannahme sozialer Umgangsregeln.
Deine Gefühle, deine Einbußen, deine körperlichen Befindlichkeiten, deine beruflichen und sonstigen sozialen Gegebenheiten werden in der Entscheidung deines Liebsten als scheissegal gegebenenfalls aber auch in der Konsequenz für Dich als bedauerlicher aber unvermeidbarer Kollateralschaden der neuen Sebstwerdungsfindungsstrategie definiert.
Gipfel dieser menschenverachtenden Strategie ist dann, wenn um konsensuale Abwicklung gebeten wird. Da ist der freundliche Henker mit Pommes, Schnitzel usw. und den Rat für den Tonnenkandidaten, sich bitteschön ans Schöne gewesene zu errinnern, nicht mehr weit.
Wie soll man mit Typen, die solche Strategien fahren, umgehen?
Leider werden solche Strategien nicht nur in Zweierbeziehungen gefahren, sondern sind abstrichlos auf dem aktuellen Arbeitsmarkt und leider auch in der Politik.
In Betrieben kannst du streiken, sprengen, kündigen, kuschen, ignorieren. Das Schlimmste ist zur Zeit dann Hartz IV. Kann man durch Kreativität der Arbeitsinvestitionen, der Wohnsitzgestaltung etc. lösen.
In Zweierbeziehungen kann man diesen Sozialidioten mehr oder weniger liebevoll rüsseln, Ursache-Wirkungs-Mechanismen darstellen - hoffen - vergessen - neue Wege suchen - emotional oder real sterben, gemeinsam oder allein. In der Politik kann z.B. der alte Bush als Kumpel von Bin-Laden gelten. Der neue Bush jagt ihn, und wird gejagt. Wer sucht da eine neue Identität ? Da hilft nur "Abwählen".

Weg aus den Sonderschulen
1. Sonderschulen, wie sie heute sind, akzeptiere ich nicht.
2. Lehrerinnen sollten davor beschützt werden, als Sozialausputzerinnen der Gesellschaft missbraucht zu werden.
3. Ich möchte Eltern davor schützen, ihre Kinder in negativstempelnde Schulsysteme zu schicken (oder verbringen zu lassen).
4. Kinder müssen davor beschützt werden, in sogenannten Schonräumen auf das gesellschaftliche Aus geschult zu werden.
5. Alle Kraft sollte der Entwicklung integrativer Unterrichtsformen gelten. Denn: Wir leben nach der Schulzeit gemeinsam in unserer Gesellschaft. Warum sollten wir nicht gemeinsam lernen dürfen ?
6. Stigmatisierung, Ausgrenzung mit Dauerfolgen sollte in der Bildungspolitik nicht stattfinden.
7. Kindern und ihren Familien, die aktuell aus welchen Gründen auch immer, Verhaltensweisen entwickelt zu haben, die die eigene soziale Zukunft oder die anderen Kinder und Familien gefährden, sollte man ganz
konzentriert vor Ort umfängliche Hilfe anbieten.
8. Ich wünsche mir für den Kreis der aktuell und auf Zeit hoch problembeladenen Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern eine intensive Hilfe auf Zeit.
9. Probleme dieser Art sollten vor Ort gelöst werden. Die bisher fremdplatzierten Kinder und Lehrer in Sonderschulen sollten ihre gemeinsame Arbeit mit den Eltern dort, wo sie wohnen, leisten. Kleine und kleinste Einheiten von Experten sollten an der gesamten sozialen, physischen, psychischen und intellektuellen Situation der Betroffenen arbeiten.
10. Dabei sollte gelten: Kleine, überschaubare Einheiten, die vernetzt mit den örtlichen Schulen sind (z.B. Gastschüler auf Zeit).
11. Ich rede nicht das Wort für neue, noch speziellere Kleinformen von Sonderschulen mit dem gesamten leidlich bekannten Apparat, der zur Verselbständigung und Erweiterung führt. Ich möchte keine neue Variante von "Das System gebiert den Klienten".
12. Ich spreche für Kooperation mit kleinen Einheiten freier Träger, mit Jugendämtern, mit Krankenkassen, mit Sozialämtern, selbstverständlich den Regelschulen und sonstigen Kostenträgern, die z.B. auch sozialarbeiterische, freizeitpädagogische, ärztliche, finanzstrategische Kompetenzen in diesen Hilfsprozeß miteinbringen können.
13. Und: Ganz wichtig ! Der bisher in der Masse normalabweichender Schülerinnen strampelnde Sonderschullehrer, platziert im Ghetto einer besonderen Schule, darf endlich seine gesamte Kompetenz, sein gesamtes Engagement vor Ort in der Regelschule ausleben.
14. Der Sonderschullehrer der Zukunft kann wählen zwischen Beteiligung an den kleinen im Ort befindlichen "Therapeutischen Einheiten" und der Arbeit in Regelschulen. Natürlich kann er auch eine Zwischenform wählen, die ihn einbindet in die therapeutische Arbeit der kleinen Einheit und die Arbeit in der Regelschule.
15. Die Erfahrung der Sonderschullehrerinnen auf Verzicht stringenter Unterrichtsfolge wird dabei hilfreich sein, wenn sie für diese Einstellung in den Regelschulen werben. Sie können auch bereicherndes didaktisches und methodisches Element in der Regelschule sein.
16. Man öffnet bei diesem bisher grob strukturierten Weg allen SonderschullehrerInnen, allen betroffenen Eltern und Kindern Optionen, einen neuen Weg konstruktiv mitgehen zu können.
17. Offensiv und verständnisvoll für die Maxime "Wir wollen gemeinsam lernen, weil wir gemeinsam leben" zu werben, ist für die Bildungspolitik eine große Change, sich zu Gunsten der betroffenen LehrerInnen, Eltern und der Kinder zu artikulieren.
18. Und: Der vorgeschlagene "Weg aus den Sonderschulen" ist inhaltlich nicht nur sinnvoll, sondern rechnet sich auch gut.
19. Der "Weg aus den Sonderschulen" ist frei von jeder "Hau-Ruck-Strategie", sondern er blendet ganz behutsam das neue Element der "wohnortnahen therapeutischen Einheiten" in die Tagesarbeit von Regel- und Sonderschulen ein.
Anfangsbeispiel:
Im 1. Jahr werden ca. 20% der Umschulungen in die Sonderschule nicht vollzogen und der entsprechende Anteil an SonderschullehrerInnen wohnortnah in die Grundschulen abgeordnet und kooperiert mit den kleinen wohnortnahen Einheiten. Die Sonderschule E verfährt ähnlich, setzt ihre Lehrer aber zu je 50% in den örtlichen Regelschulen und den "wohnortnahen therapeutischen Einheiten Freier Träger" ein. Die Sonderschule S kann schon im ersten Jahr mit einer höheren Quote an Umschulungen kalkulieren, da hier jetzt schon verstärkt auf die Arbeit freier Träger, Logopäden und ambulanter Betreuungsformen zugegriffen werden kann. Bei dem Sonderschultyp G könnte im Anfangsjahr mit 10% Verlagerung der Schülerschaft und Lehrerschaft gerechnet werden, bezogen auf die Einschulungsquote. Beim Sonderschultyp K müßte der Anfangsquotient für den Verzicht auf Umschulung auf eher 5% angesetzt werden, da in den Regelschulen bauliche Maßnahmen (Rampen, Toiletten etc.) vollzogen werden müßten.
20. Ausgehend von einer Reduktion der Neueintritte in Sonderschulen im angedeuteten Umfang wäre im 1. Jahr des "Neuen Weges" schon viele Regelschulen in der Lage mit KollegInnen der verschiedensten Sonderschultypen gemeinsam zu arbeiten und Kooperationsformen mit den kleinen wohnortnahen therapeutischen Einheiten Freier Träger zu entwickeln.
21. Bringen wir zum Faktor "Reduktion der Umschulung" (Mittelwert ca. 15%) die Größe "Rückschulung inclusive Lehrer" ins Kalkül und schätzen wir diese auf ca. 10%, dann haben wir im ersten Jahr des "Neuen Weges" max. 25% Wanderungsbewegung von Schüler- und LehrerInnenschaft aus Sonder- in Regelschulen.
Der vorhandene Schulraum in Regelschulen dürfte in der Regel diesen Zsatzbedarf abdecken können, da als echte Zuwachsgröße schulraumbezogen nur die Rückschulungen anfallen. Dennoch muß schon im ersten Jahr an bauliche Notwendigkeiten oder an Regelschulklassen in bestehenden Sonderschulgebäuden gedacht werden.
22. Die Fortschreibung der beiden gleichlaufenden Prozesse "Reduktion von Umschulungen" und "Rückschulungen", der dann zeitgleich laufende Prozeß von "Ausgestalltung der Arbeit von kleinen therapeutischen Einheiten vor Ort" und "Veränderungen in den Regelschulen" kann aktuell prozentual, linear nur hypothetisch prozentual, gefaßt werden. Die sanfte Umschichtung von Kindern und Lehrern in Regelschulen und der Verzicht auf Sonderschulen könnte in Ruhe in spätestens sieben Jahren erfolgt sein.
Wir könnten dann mit Veränderungswerten pro Jahr von ca. 10 - 12 % rechnen. Dieser Wert wird sehr wahrscheinlich noch unterschritten durch die Anzahl der nicht rückgeschulten Sonderschüler, die ihre Schulform nach Erfüllung der Schulpflicht verlassen werden.
23. Im Jahr 2000 könnte folgendes Szenario gelten:
In speziellen Sonderschulen arbeitet nur noch 40% der derzeitigen Lehrerpopulation. 60% arbeitet in Regelschulen und kleinen wohnortnahen therapeutischen Einheiten vor Ort. Prozentual ähnlich hat sich die Schülerschaft von Sonderschulen auf Regelschulen verlagert. Die Regelschulen haben notwendige bauliche Veränderungen vollzogen. In den bisherigen Sonderschulen sind in freigewordenen Räumen Regelschulklassen und ihre Lehrer eingezogen. Die therapeutischen Einheiten vor Ort, ihre Träger, ihre Teams aus Sozialarbeitern, Freizeitpädagogen, Therapeuten, Ärzten, Mitarbeitern der Sozial- und Jugendämter arbeiten vernetzt mit den Regelschulen.
24. Dieses Szenario ist keine Wolkenkuckucksgeschichte sondern machbar, wenn wir es politisch wollen und forcieren.
25. Soweit im Groben der "Weg aus den Sonderschulen", der sicherlich in Fachgremien detailiert werden muß.

Immer wiederkehrende Körper
(auch singbar)
Das Lied ist Simmi, dem Sänger der legendären "Snobs" gewidmet.
Simmi schlief am Fernseher ein und wurde nicht mehr wach.
Come on, every body!
1000 mal und noch ein paar mehr
sang er dieses Lied.
Manchmal fiel es ihm schwer.
Come on, every body!
Immer wieder das gleiche Stück.
Immer wieder grölt jeder mit.
Come on, every body!
Kaum einer kennt den Text genau.
Macht nichts ! Alle sind ja blau.
Hauptsache, der Refrain haut hin.
Schon ist in der Menge Stimmung drin.
Come on, everybody!

Weitere Leseproben findest du hier.

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Sparkasse Neunkirchen
BLZ 59252046
Konto-Nr. 31029477

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